Sanierung Risse im Gewölbe, Ev. Kirche Erbach-Eltville

Architekt Dipl.- Ing., Architekt Hermann Alt
Bauherr Ev. Kirchengemeinde Eltville-Erbach
Objekt Ev. Johanneskirche Erbach
Bauzeit 2011
Bearbeiter J. Jansen, C. Breckner
Die 1865 von dem "Herzoglich Nassauischen Baumeisters Eduard Zeiss" erbaute neugotische Ev. Johanneskirche in Erbach hat im Laufe der Jahrzente Risse in den Gewölbekappen des Hauptschiffs bekommen. Die Risse verlaufen parallel zu den Seitenwänden. Dies lässt darauf schließen, dass die Wände auf Grund des Gewölbeschubs und möglicher Horizontalkräfte aus der Dachkonstruktion auseinander ge-wichen sind.
Die Inspektion der Dachkonstruk-tion ergab dann auch, dass im Bereich der Traufen etliche Schäden an den Hölzern bestanden. Der Hauptschaden zeigte sich aber darin, dass die Verbindungen der über den Gewölbescheiteln liegenden Zangen mit den Binderstielen und Streben der Sprengwerke alle nicht mehr kraftschlüssig waren.
Da die Zangen bei dieser Bauart die Horizontalkräfte aus den Sprengwerken aufnehmen müssen, dies aber nicht mehr können, landen diese Kräfte nun an den Fußpunkten der Binder auf den Außenwänden.
Ürsprünglich sollten die Binder über Maueranker die Wände zusätzlich zusammenhalten. Dazu wurden die Maueranker von den Binderfüßen in die außen liegenden Wandvorlagen geführt, die jeweils vor den Gurtbögen der Gewölbekappen liegen. Auf Grund der Schäden bewirken sie nun das Gegenteil. und drücken die Seitenwände nach außen.
Neben der Ertüchtigung sämtlicher Holzverbindungen wurde bei der Sanierung der Horizontalschub aus den Bindern über Zugbänder aufgenommen. Die Zugbänder aus zwei parallel laufenden Rundstäben setzen an den Binderfüßen an und sind über den Gewölbescheiteln an den Hängepfosten hochgehängt. Über diese Zugverbindung werden auch wieder die Maueranker in die Wandvorlagen aktiviert.

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