Neufert Meisterbau

Umbau/Modernisierung in Darmstadt

Architekt Karle und Buxbaum, Darmstadt
Bauherr Bauverein Darmstadt
Objekt vorh. Außenhülle beibehalten, 4 gewerbliche Einheiten inkl. 1 Restaurant und 82 Wohnungen
Baukosten 5 Mio. Euro
BRIH 26.000 m3
Bauzeit 2000-2002
Bearbeiter Johannes Schlier, Andreas Bilz, Jürgen Jansen
Initiiert durch das Darmstädter Gespräch über'Mensch und Raum' (1951) wurde der Backsteinbau als einer von 11 geplanten Bauprojekten am Fuß der Mathildenhöhe errichtet. Der Meisterbau von Ernst Neufert war als Ledigenwohnheim konzipiert und wird daher bis heute im Volksmund als 'Bullenburg' bezeichnet. Die 131 Ein- und 25 Mehrzimmerappartements waren für die Bedürfnisse der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hin optimiert. Die Wohneinheiten beschränkten sich auf etwa 20m2 Fläche inklusive Küche und Bad. Da der Eigentümer die Vermarktung des Gebäudes wegen der erheblich gestiegenen Ansprüche der Mieter gefährdet sah, wurde das Architekturbüro Karle/B uxbaum beauftragt, eine Wohnanlage zu schaffen, die die denkmalgeschützte Struktur des Gebäudes erhält und gleichzeitig den heutigen Anforderungen genügt. Hierfür wurden drei Wohneinheiten früherer Größe zu einer neuen Maisonettewohnung zusammengefügt. Zusätzlich entstanden auf dem ungenutzten Dachboden 3 luxuriöse Penthäuser, und es wurde ein zusätzlicher Aufzug eingebaut. Sechs der Einzimmerwohnungen wurden wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt (inkl. original Sanitärobjekte), um das damalig 'revolutionäre'Wohnkonzept zu bewahren. Im Hochhausbereich wurde eine Tragachse, die nicht mit dem neuen architektonischen Konzept übereinstimmte, komplett mit Hilfe von Stahlkonstruktionen der neuen Grundrissstruktur angepasst. Auch die gewachsenen Ansprüche an die Gebäudetechnik mussten mit erheblichem konstruktiven Aufwand umgesetzt werden. Die gestellte Aufgabe der statischen Realisierung wurde noch zusätzlich durch die auf der Baustelle vorgefundene Bausubstanz erschwert. So wurde z.B. herausgefunden, dass die Betonstützen, die das 24 m hohe Gebäude trugen, nur die Güte eines B10 besaßen. Umfangreiche Betonsanierungsarbeiten waren die Folge.

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Projektblatt (pdf, 3.07MB)
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